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In der Keks-Rolle

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Um dem hiesigen vorausgesagten schlechten Wetter am letzten Wochenende zu entfliehen, schaute ich, wo mit mehr Sonne zu rechnen wäre. Westwärts war die Antwort der wohl fast allwissenden App … Also begann ich, bei Maps nach einem nicht zu weit entfernten, lohnenswerten Ziel in dieser Richtung zu suchen. Erfurt, Weimar – ja, aber bissl weit und das kann man ja (Manja??) später immer noch mal machen, vielleicht im Sommer 😉

Also fiel meine Wahl auf Jena, eine Stadt mit einem interessanten Wanderweg am seitlich das Tal begrenzenden Hang und mit guter Aussicht in die Ferne – WENN man sich nur hoch genug befindet. Und genau darum (und natürlich auch wegen der Exklusivität dieses Hotels) buchte ich im Jentower, einem hohen Rundling mitten im Zentrum der Stadt, dem die Einheimischen nach seinem Bau durch die unfehlbare Partei- und Staatsführung 😉 den Spitznamen Keks-Rolle gegeben hatten.

Als ich vor dem Einchecken dann vor ihm stand, war ich beeindruckt! Er glänzte in der Sonne und sah schick aus. Außen wie innen. Ich bekam ein sehr modernes Zimmer mit herrlichem Ausblick in die Ferne und bestem Blick auf das unten liegende Stadtzentrum – ein Volltreffer 🙂

Die Sonne schien und ich machte mich auf Erkundungs-Tour in die City. Ein schöner Marktplatz, eine freundlich-helle Kirche, kleine Restaurants – zum Glück, denn es ist April und das Wetter zwang mich andauernd, irgendwo hineinzuflüchten 😉 Aber das war ja vorher schon klar …

Nach einer guten Lasagne beim echten Italiener (der mangels muttersprachsverwandtem Mitstreiter hinter dem Tresen alle seine wichtigen Handlungen für sich selbst wortreich kommentierte) ging ich um die Ecke, in die Stadtkirche Sankt Michael. Hier lernte ich nebenbei, daß nicht überall, wo eine Grabplatte von Martin Luther hängt/steht/liegt, auch das Grab des Reformators ist. Ich bemühte Wikipedia und fand mein solides Halbwissen bestätigt, daß der rebellische Mönch seine Ruhe in der Schloßkirche zu Wittenberg fand.

KLICKEN, um zu Wikipedia zu gehen

Wegen des launischen Wetters verlegte ich meine Wander-Ambitionen auf den Sonntag, schließlich war da auch noch ein Tag und es sollte sonniger und beständiger werden.

Nach einem sehr guten, aber überschaubaren Abendessen im außergewöhnlichen Restaurant SCALA, das sich eine Etage über den Hotelzimmern befindet, freute ich mich zurück im Zimmer über meine Tafel Not-Schoki und einen grandiosen nächtlichen Blick über die Stadt 😉

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Sonntag.

Mit Sonne. Aber ohne Lust, bei 3 Grad wandern zu gehen … Tja, das hätte ich mir auch denken können. Zum Glück hatte ich seit meiner Ankunft in der Ferne ständig eine Burg auf einem Berg gesehen, das interessierte mich. Das Personal beim Frühstück konnte mir leider nicht sagen, wie die Burg hieß, alle kamen aus fernen Ländern und kannten sich nicht besser aus, als ich. Aber Maps half wieder: es mußte von der Richtung und Entfernung her die Leuchtenburg sein – ich hatte ein lohnendes Ziel, das mich die ganze Zeit schon aus der Ferne angeleuchtet hatte und an das ich angenehm nah heranfahren konnte – natürlich wegen des Wetters … 😉 Check out und los gings.

Man konnte die Aussicht, den Brunnen, einen Großteil der Burg und ein Porzellan-Museum darin bestaunen. Für 15 Euro, excl. Parkgebühren. Aber „gut Ding will Pflege haben“, da reicht wohl das deutsche Steuergeld allein nicht aus …

Und hier ein unbedingtes MUSS: das Gegenfoto zurück zum „Wohnturm“ in Jena:

Ein schöner Wochenendausflug, selbst bei Aprilwetter und wahrscheinlich noch lohnenswerter, wenn es wärmer geworden ist, denn dann wandert man viel lieber, als bei ständigem Sonne-Regen-Schnee-Wechsel 😉