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Sommer 2021 – Reise-Welle ;)

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Je nachdem, was aktuell möglich ist, gibt’s hier ein paar Urlaubs-Impressionen  😉

Wir hatten so viele Wellen in letzter Zeit, daß ich jetzt mal ganz was Neues, die Reise-Welle des Sommers 2021 ins Leben rufe.


Der in Monaten der Einschränkungen lang ersehnte Urlaub beginnt mit einem längst überfälligen Besuch bei Verwandtschaft in der Nähe vom (fotogenen) Bad Wimpfen 😉

Bad Wimpfen

und in der Gegend …

Eine interessante Kirche, Romanik und Gotik vereint, heute gehört sie zum Malteserorden

Eine Woche später geht’s nun richtig los auf große „Entdeckungsfahrt“. Luft, Öl, Tank, CovPass – alles gecheckt – und nichts kann mich mehr aufhalten …

Mittwoch

Ich bin ein Gewohnheitstier … wo es mir gefallen hat, dahin kehre ich gern zurück 😉 Nur das Wetter, das kann man eben für den Urlaub noch nicht mitbuchen. Daraus folgen dann die spannenden Veränderungen – aha 😉

Heute bin ich nun endlich in die Alpen gefahren, wieder an den Walchensee, besser gesagt, bis „über“ den See. Auf der Fahrt gabs ab dem Vogtland Regenwetter … Also nach der Ankunft die Regenklamotten raus, Gepäck (relativ wetterfest) eingepackt, wieder Sack und Pack rein in die Herzogstand-Seilbahn und hoch zum Berggasthaus Herzogstand. Das Gepäck bis zur Hüttn durchs Wetter und über die Wege gezerrt – diesmal kannte ich den Weg ja schon. Pfützen, so breit wie der Weg, tief hängende Wolken, Gießkannenwetter – egal, ich bin da, endlich wieder in den Alpen :)))

und zwar im Berggasthaus Herzogstand
abends werden alle Gipfel grau, besonders im Regen

Aber man muß ja nicht immer nur nach draußen schauen … Auch DAS gehört zu den schönsten Seiten eines Alpenhütten-Aufenthalts:


Donnerstag

Nach einer ruhigen Nacht schaute ich heut Morgen aus dem Fenster und dachte mir: herrlich, kein Wanderstreß, ich kann heute wohl ohne schlechtes Gewissen einfach schlafen 🙂

hätte vielleicht doch die Schönwetter-Garantie abschließen sollen

Und als ich die Fenster meines Eckzimmers öffnete, zogen die Wolkenschwaden, also eher Mini-Nebelfitzelchen, direkt quer durchs Zimmer – soetwas hatte ich noch nie erlebt, aber ich bin im Moment ja auch mitten in den Wolken!

Aber nach einer gepflegten Siesta ging es dann DOCH noch ! 😉

Na bitte, das Wetter hatte ein Einsehen und die Welt war wieder in Ordnung! Ich hangelte mich nachmittags hoch zur Fahrenberg-Kapelle, von wo ich einen herrlichen Blick in ein Tal Richtung Süden und runter zum Walchensee hatte. Ich kam neben einer Gruppe Jugendlicher zu sitzen und dachte mir: schön, auch für sie ist die Welt wieder in Ordnung, sie können sich wieder lautstark über Themen wie vegan, vegetarisch oder basisch ernähren, Ballaststoffe und andere mir nicht ganz geläufige Ernährungsvarianten austauschen. Schön, daß das jetzt wieder alles so geht 😉

Walchensee am Walchensee 😉

Kostenlos und völlig unvorbereitet habe ich gelernt, daß man als Veganer, der es wirklich ernst meint, keine Feigen essen darf, denn es gibt da eine hinterhältige Feigen-Wespe, die aus irgendeinem Grund in die Blüte klettert, aber nicht mehr herauskommt und sich dann dort in ihre (iihh, tierischen!) Bestandteile auflöst. Also: Feigen sind für den VeganerIn ein No-Go. Es wurde in meiner Schulzeit offenbar versäumt, mir beizubringen, daß die Baustoffe des pflanzlichen und des tierischen Lebens so grundverschieden sind, daß man sie nicht simultan zu sich nehmen kann, ohne Gefahr an Leib und Leben zu riskieren – eine echte Bildungslücke! Nun bin ich schlauer 😉

Der Vollständigkeit halber hier noch 2 Fotos des restlichen meteorologischen Tagesverlaufs:

Nachdem es am frühen Abend einen Wolkenbruch gab, beruhigte sich das Wetter wieder (wahrscheinlich war das Wasser im Himmel alle) und es wurde noch ein versöhnlicher Abend 🙂


Freitag

Heute morgen wachte ich halb 6 auf und sah einen Himmel, der nichts als Freude für den Tag versprach. Herrlich, diese Stille und Schönheit der Natur in den Alpen zu genießen …

Das Wetter hielt nicht ganz, was der Morgen versprach, ich würde sagen, es ist abwechslungsreich 😉

Nach einer (natürlich!) vom Wetter erzwungenen Siesta konnte ich mich nachmittags doch noch ein weiteres Stückchen als gestern hinauswagen und so ging ich auf den satte 750 m entfernten und 60 m höher gelegenen Martinskkopf, einen Gipfel mit sehr schöner Aussicht auf die Gegend.

Nicht mein erstes Gipfelkreuz dieses Jahr, denn das vom Schwartenberg (bei Neuhausen/Erz.) zählt natürlich auch 🙂

Schöner, ruhiger und sitztechnisch auch bequemer ist aber ein kleiner Vorsprung unterhalb des Gipfels, den ich noch vom vorigen Jahr kannte. Aber es ist ein kleiner Test auf Schwindelfreiheit und ne Mutprobe, dort „entspannt“ zu sitzen. Nach einer Weile entkrampften sich meine Hände dann planmäßig und ich konnte die Ruhe und Aussicht wirklich genießen :)))

Zum Abend gönnte ich mir „Gemüsespieße an Reis mit süß-saurem Dipp“, total vegan. Leider nicht ausreichend, darum kam noch eine Portion meiner geliebten Bergsteiger-Nudeln hinterher. Um die Kalorien auf ein gesundes Maß zu begrenzen, ging ich noch ein Stück den Höhenweg zur Seilbahn entlang und erwischte einen Moment, in dem die Bergspitze des Martinskopfes ihren fast rechtwinkligen Schatten genau auf einen Inselvorsprung unten im See warf – mal Glück gehabt 😉


Sonnabend

Heute nun endlich Berg-Wetter, wie es im Buche steht!

Nachdem ich letztes Jahr in der selben Hütte morgens um halb 6 von rücksichtslosem Treiben auf dem Gang geweckt worden und der Sache auf den Grund gegangen war – die erfahrenen Berg-Menschen machten sich auf, den Sonnenaufgang zu bewundern – war ich ihrem Beispiel gefolgt und hatte meinen sowieso unterbrochenen Nachtschlaf dafür beendet. Der Sonnenaufgang dort in den Bergen hat mich so beeindruckt, daß ich übers ganze Jahr oft daran dachte und mir gern die Fotos ansah. Darum hatte ich mir gestern und heute auch den Wecker auf ca. 5.33,47 Uhr gestellt, um zu schauen, ob sich ein derart unzivilisiert zeitiges Aufstehen lohnen würde. Und auch heute gab es wieder dieses herrliche Spektakel. Allerdings mit Hindernissen, denn ich wollte richtig hoch auf den Herzogstand und den Sonnenaufgang neben einem Gipfelkreuz erleben. Meine Mega-Wanderschuhe standen allerdings hinter einer nachts verschlossenen Tür … Ohne Wanderschuhe nur mäßiger Aufstieg, maximal auf den Martinskopf. Aber die Zeit lief, es wurden nur 200 m. Zum Glück, denn zum Zeitpunkt des Sonnenaufgangs lag der Martinskopf plötzlich in Wolken ;)) Ich stand auf dem Weg dorthin und links und rechts hinter mir kamen die Wolken vom Tal her über den Kamm, machten eine Welle nach unten – und lösten sich auf, bevor sie mir „im Bild“ waren.

Ansonsten war heute DAS Wetter, das ich mir für alle Tage gewünscht hätte.

Da, wo das tiefe Nebelfeld in der Ferne vor den Bergen liegt, da will ich heute noch hin (aber mit dem Auto), dort liegt Mittenwald, direkt vor der riesigen Karwendelwand.

Also nach einem letzten kräftigen Frühstück im Gasthaus den Koffer (usw…) packen, dann die richtigen Schuhe an und los – immer HOCH

Wahnsinnig viele Leute heute zum Sonnabend und bei diesem Wetter. Man begegnete sich alle paar Meter und machte den anderen Platz, grüßte und hatte Spaß. Nur keine richtige Ruhe zum Genießen und kaum Platz, sich mal hinzusetzen. Überall diese Stadt-Menschen!! 🙂

Ich schob und drängelte mich (nein ;), ich ging diszipliniert bis zum Gipfelkreuz des Herzogstandes und war geneigt, auch den weiten Weg bis zum Heimgarten (eine Strecke über einen langen Grat, sehr eng) in Angriff zu nehmen. Aber dieses Gedränge … Mütter mit kleinen Kindern in der Trage auf dem Rücken, fußlahme Rentner, dazwischen, junge, unerzogene Hunde … nö, das hab ich mir dann doch für einen späteren Besuch aufgehoben.

Besonders am Gipfelkreuz fiel mir auf, daß ein gewisser Teil der jüngeren Wanderfreunde verdeckt oder offen an einer Art „Selfie-Post-Zwang“ zu leiden scheint 🙁

Hier sieht man den Schlängelpfad auf dem Grat, der zum sog. Heimgarten führt.

Also Planänderung: schnell ein 2. Gipfel in Rekordzeit. Allerdings keine echte Herausforderung, denn der 2. Gipfel, der Martinskopf, lag ja in Sichtweite, besser gesagt, quasi direkt am Rückweg.

Allerdings nahm ich einen sehr direkten, kaum gegangenen Pfad. Unterwegs dachte ich mir dann: hier möchte dir nix passieren, hier findet dich so schnell niemand 🙁

Aber es klappte alles gut – 2. Gipfel, auch dank gutem Schuhwerk der Marke Salomon ;))

Und von da kam ich her …

Nachdem ich die immer gleichen Berge lang genug angeschaut hatte, nervten mich die Mitmenschen dann doch etwas. Ich wollte noch einmal die Bergsteiger-Nudeln zum Mittag verputzen und dann mit der Seilbahn von der Höhe der Träume ins Tal der Realität hinunterfahren.

sieht easy aus, gilt aber wegen des einen Teilstückes als SCHWER 😉

Aber es standen Massen an der einzigen Verpflegungsstation weit und breit (dem Berggasthaus), das konnte ich also vergessen. Zum Glück hatte ich reichlich gefrühstückt. Dann eben ohne Essen den Koffer und das Stativ und den Rucksack und den Turn- ähh, Schuhbeutel zur Bahn geschleppt und runter zum Auto. Es stand noch da, alle Räder dran – aber wie ich später merkte, hatte es dem Wolkenbruch nicht ganz standgehalten – es war sozusagen nicht mehr ganz dicht!

Dann Etappe weiter nach Mittenwald. Dort Quartier bezogen und sofort mit meinem dortigen Gastgeber und guten Freund auf die Räder und vor der nächsten REGEN-Front schnell noch eine Runde gedreht.


Sonntag

Der Tag spottete seinem Namen. Es gab immerhin einen Slot für Aktivitäten unter freiem Himmel, bei ca. 15ˋC und irgendwie drohendem Regen – na ja, also hieß es mal wieder: mach das Beste draus (so wie viele andere Urlauber hier auch …).

In wettermäßiger Schlagdistanz lag eine Wanderung zur Panoramabrücke in der Leutascher Geisterklamm und zum Leutasch-Wasserfall. Also aufi geddß! Ersteinmal ein schöner Anmarsch durch ein Tal:

Logo, jeder wußte es besser und gab seine Deutung der Welt bekannt, denn Meinung ist ja gleich Wissen, oder? 😉 Das war aber auch verzwickt … Der Ossi hielt sich dezent zurück, um sich nicht zu outen.

Wir schnauften um die Wette den steilen Berg auf schmalem Weg hoch, manche Kinder kürzten selbstsicher ab, wurden aber oft vom Waldboden und glitschigen Steinen eines Besseren belehrt. Dann kam die Belohnung in Sicht: die Panorama-Brücke.

Es ging satt nach unten und die Brücke schwankte ein wenig unter der Last der Ausflügler (Wortstamm von Flug??)

Um Kräfte zu schonen, nicht etwa aus Faulheit, kehrte ich um und lief nicht die große Runde, sondern gönnte mir noch den Wasserfall-Steig – den aber vorschriftsmäßig mit FFP 2, die ich mir beim netten Kiosk-Betreiber nachkaufen konnte, samt Eintrittskarte (!) zum Naturwunder. So wirklich hat sich mir bis heute noch nicht erschlossen, wieso ich für das Betreten und Bestaunen einheimischer Natur Eintritt zahlen muß, ob nun hier, oder an der Ostsee, oder sonstwo … Ist Natur nicht Allgemeingut? Und der Bau von Wegen und Brücken darin nicht durch Steuergeld finanziert? Wer weiß das schon.

DA isser! Etwas versteckt. Er schmeißt soviel Gischt, daß man ihn trotz Faszination nicht allzu lang bewundern kann – man wird patschnaß ;))

Zum Glück hatte ich meine richtige Knippse gar nicht erst mitgenommen, sondern mich aufs Handy verlassen. Die „gute“ Kamera hätte mir den Einsatz in diesem „Regen“ nicht so leicht verziehen 😉

Diese Naturgewalt, wirklich ein Erlebnis!


Montag

In der Nacht hatte es, na was wohl, wieder geregnet. Suupa!

Aber dann: ein Tag wie im Bilderbuch, mal viel besseres Wetter, als vorhergesagt – Respekt! 🙂

Früh kam ich gar nicht richtig los, ich war überrascht, daß es doch noch so ein schöner Radl-Tag werden sollte … Dann klappte es wieder mal nicht richtig, mir eine Tour in einer App zusammenzubasteln – meganervig. Zum Glück konnte ich dann eine Tour meines Gastgebers nachfahren, das Kopieren auf mein Handy funktionierte in 1 sek. Ok, umsonst leichten Frust gehabt 🙂

Er hatte mir extra eine Runde auf Asphalt herausgesucht, um dem Modder und Pfützen auf Waldwegen auszuweichen. Es ging von Mittenwald über die Kapelle Maria Rast, Schloßhotel Ellmau, den Ferchensee, den Lautersee wieder zurück nach Mittenwald. Sehr schön, so habe ich mir den Urlaub mit Rad in Mittenwald gewünscht :))

Es war wie schon so oft: es dauerte viieel länger, als eigentlich notwendig, weil ich „alle paar Meter“ abstieg, um Fotos zu machen. Und die gibts jetzt hier zu sehen – Alpen-Erholung pur.

Mittenwald von oben, also ein Teil davon wenigstens
Wiese, Wald, Berge, Wolken 🙂
Kapelle Maria Rast bei Krün
nachtanken in Krün
Ellmau mit Himmel
Ellmau
… auch Ellmau
ACTIVE TOUCH
Ferchensee
Lautersee

Ich sammelte mir ein paar komische Insektenstiche ein und rollte mit über 1 Stunde Foto-Pausen-Verspätung und um einen persönlichen Geschwindigkeitsrekord reicher (über 50 km/h!!!, natürlich auf einer Bergab-Strecke erreicht, die an freien Fall erinnerte) wieder in Mittenwald ein.

Mittenwald von oben 🙂

Zur Überraschung konnte ich gleich danach noch mit in ein „Ski-Gebiet“ fahren, in dem wir früher im Winter rumgebrettert waren. Im Sommer kann man dort jetzt mit Mountain-Bikes runterrutschen, bei Schlamm und über Sprunghügel und Wurzeln. Mangels solcherlei Könnens überließ ich das der ortskundigen Elite und genoß die Aussicht vom Gipfel meines Lieblings-Skigebietes nun im Sommer bei Würstchen und bekam gratis einen Sonnenbrand.

Österreich!

– komisch, so ganz ohne baumelnde Skier

Wieder ein Urlaubstag, wie ich ihn mir lange erträumt hatte :))


Dienstag

Heute Morgen gabs mal keine Regentropfen auf dem Auto, wow! Also in Ruhe frühstücken, Wetter checken und dann wollte ich – aber das heb ich mir für Donnerstag auf, denn mein Gastgeber schlug eine Radtour ins Alpenvorland vor. Mal was anderes, nicht immer nur diese hohen Berge … Ok, bin dabei!

Es ging ein ganzes Stück Richtung Garmisch und weiter bis Eschenlohe. Ja, da waren die Berge weit weg und klein geworden 🙁

Die Strecke ging von dort ums Murnauer Moos, war relativ flach (logo, AlpenVORland …) und bot schöne Aussichten auf die Alpen, unter anderem auch auf mein 1. Urlaubsziel, den Herzogstand. Hätte nicht gedacht, daß ich diese Berge so schnell noch einmal von der Seite des „Flachlandes“ sehe 😉

Die Tour sollte nur 2:15 dauern, na ja, wie immer war das wohl nur ein Richtwert für Olympianiken OHNE Knippse … Es gab Bayern in verschiedenen Varianten zu sehen, von flach bis „alpig“ – sowas MUSS man doch knippsen, finde ich 🙂

Also hier ein paar Schnappschüsse:

Ich kam mir ordentlich komisch vor, weil ich – einem satten Sonnenbrand auf den Armen sei Dank – langärmelig unterwegs war. Mir wurde also nicht kalt. Und darum nun mal eines der seltenen Fotos von mir selbst.

Alles in allem war das heute ein sonniger, warmer Urlaubstag mit einer schönen Tour, wie geschaffen, um einmal das Sweat-Shirt unter sommerlichen Bedingungen auf dem Rad auszuprobieren 😉


Mittwoch

Heut Vormittag das Radl ins Auto und los, Richtung Österreich, Richtung HOHE Berge 😉 Beim Start mit dem Auto begann es … zu regnen :/ Da unser heutiges Ziel aber nicht gerade um die Ecke war und wir Glück hatten, von den Regenwolken weg zu fahren, hatten wir bei Ankunft bestes Wetter 🙂 Es ging ins Gaistal bei Leutasch, das Tal hinauf zur Gaistalalm, zum Igelsee und zur Seebenalm. Unglaubliche Berge und Schluchten, es war ein Alpen-Urlaubs-Traum 🙂

der Igelsee, aber das sieht man ja:)

Nach nicht näher zu bechreibenden Strapazen (die kurz Gedanken an die Sinnhaftigkeit eines solchen Zeitvertreibs und eine Couch oder Hollywood-Schaukel aufkommen ließen) erreichten wir kurz vor der Seebenalm eine Kuppe, an deren Rand es wie zur Belohnung einen Aussichts-Punkt gab, der seine Bezeichnung zu Recht hatte. Man konnte in ein breites Tal, hinunter auf Ehrwald schauen, dahinter gab es … viele typische österreichische Alpenberge 😉

Die Pause war eine gute Gelegenheit, einen Power-Riegel und Wasser einzuwerfen, bevor es zur Seebenalm weiterging. Ein schönes Wander-Ziel, aber für uns doch nur ein Zwischenstop … wir banden die Pferde, ähh, Räder an und es folgte eine Wanderung zum Seebensee – mit teilweise 24 % Steigung!!

Aber keine Anstrengung ohne Lohn, jedenfalls nicht in den Wander-Regionen der Alpen. Warum sonst sollten sich auch täglich Tausende die Berge hinaufquälen? Es gab sie, DIE Belohnung: der See, zu 2 Dritteln von Gipfeln eingerahmt, war ein Traum!

Die Fotos habe ich bei einer See-Umrundung gemacht, ich brauchte wie üblich etwas länger, … , alle Meter gab es neue, schöne Perspektiven und Motive zu sehen 🙂 Ich hab wohl etwas mehr als 36 Fotos gemacht ;))

Der Rückweg war eine halsbrecheriche Abfahrt, aber mein Rad auf dem Stand der Technik und von erzgebirgischen Mechanikern 🙂 durchgesehen, tat, was es sollte – es rollte 😉 Und bremste … !

Ein Bilderbuch-Tag, in Begleitung meines Gastgebers und seiner Frau in einem Tal, das ich niemals allein gefunden hätte 🙂

Und ich bin mir nicht sicher, ob ich ohne den Ansporn in einer Gruppe wirklich bis ganz oben durchgezogen hätte – es war schon eine Schinderei 😉 – aber eine absolut lohnenswerte!


Donnerstag

Muskelkater, Fahrrad-Popo … 😉 Gestern, das war meine schwerste Rad-Tour überhaupt 🙂 Egal, heute wollte ich nun endlich meine Lieblingsrunde vom letzten Jahr fahren, darauf hatte ich mich seit MONATEN gefreut. Also vorsichtshalber 3 Akkus für die Knippse geladen und eingepackt, Sonnencreme, Wasserflasche, Überlebens-Riegel – und los.

Ich habe es genau hinbekommen, Punkt 12 an der steilsten Steigung anzukommen, 8 %, 7 km/h 😉 Nur ganz kurz. Im Vergleich mit gestern fast nix … Das war heftig gewesen!

Die fünf Stunden oben auf dem Streckenplan gelten nur für Hobby-Fotografen, es ist auch in 2:15 zu schaffen 🙂

der Riedboden zwischen Mittenwald und Scharnitz
gleich in Österreich
direkt nach dem Blick in dieses Seitental beginnt der Anstieg …

Nach dem Anstieg hat man die nötige Höhe, um tief nach unten schauen zu können – die Tiefe der Schluchten sieht man auf den Fotos natürlich nur ansatzweise, aber es ging dort gewaltig hinunter. Ich kam kaum vorwärts, ständig nötigten die Ausblicke mich, anzuhalten und zu knippsen – schrecklich! Nee, es war perfektes Wetter und ich hatte alle Zeit der Welt, um meine Lieblingrunde zu fahren und zu genießen. Nach Monaten der Einschränkungen ist es für mich ein Genuß, wieder durch diese gewaltige Natur fahren zu können.

Die Isar hatte wieder diese herrliche, hellblau-graue Farbe. Ein schöner Kontrast zu den dunkelgrünen Nadelbäumen im Wald (es gibt auch mal ne Krüppelkiefer). Mal ist man weit oberhalb des Flusses, dann wieder unten beim Fluß, es wird nie langweilig und die Schaltung hat dabei ordentlich zu tun … die Muskeln auch 🙂

Kuh müßte man sein, denen geht es hier jeden Tag einfach gut – denke ich.

Das Ziel meiner Tour war der Naturpark Karwendel am Isar Ursprung, dort konnte ich die Wasserpulle auffüllen, den zerlaufenen Power-Riegel einwerfen UND abruhen, die Natur genießen.

die perfekte Trinkpullen-Abfüllanlage

Ich hätte ewig dort bleiben können, irgendwie hat dieser Ort etwas … Würde mich mal interessieren, ob es auch anderen so geht.

Aber irgendwann mußte ich im wahrsten Sinne die Rückfahrt antreten.

Es paßte heute einfach alles. Ein lang gehegter Wunsch ist in Erfüllung gegangen und ich bin sehr froh darüber 🙂

Meine Oberschenkel und mein Popo sind allerdings mehr froh darüber, daß sie nun ausruhen können 😉


Freitag

Ein kleiner EINSCHUB: über alles, was dann ab morgen in Cortona (mit „t“) berichtenswert sein sollte, schreibe ich auf einer neuen Blog-Seite, denn auf dieser hier muß man für den jeweils aktuellen Tag mittlerweile doch schon sehr weit nach unten scrollen. Ihr findet den neuen Blog auf der Webseite unter: www.weissenetz.de — Beiträge/Blog — Sommer 2021 – Reise-Welle Toscana.    Oder einfach auf den Link klicken, der ganz unten am Ende dieser „Seite“ ist 😉

Zurück zum Freitag:

Heute Morgen machten mir meine Oberschenkel und mein Popo unmißverständlich klar, daß ich nur ein Stadtmensch bin und es nicht übertreiben sollte. Ok, für diesen Fall hatte ich schon einen Geheimplan entwickelt: die Karwendelbahn.

In der Gondel bekommt der Begriff „Eiserne Reserve“ etwas Faßbares 😉
Ruck-Zuck gehtˋs hinauf mit ca 30 km/h

Mit dieser Seil-Bahn kann man auf eine Art Hochplateau auf einen Teil des Karwendelmassivs fahren und dann dort oben herumspazieren, oder auch bergwandern, oder klettern – je nach Können. Ich war schon öfters dort oben, beim ersten Mal im Winter (hier der Link: Alpen im Winter), dann auch im Sommer und ich war immer wieder fasziniert von dieser Natur. Aber dieses Mal konnte ich noch zweie „draufsetzen“… Dazu etwas weiter unten mehr.

die Bergstation der Seilbahn, links daneben das „Fernrohr“, ein Museum und Tagungsraum

Oben angekommen, kann man einen relativ bequemen „Rundgang“ machen, oder die Gipfel ansteuern, oder beides.

Hier ist ein Großteil der „Sandalen-Runde“ gut zu sehen. Ziemlich genau in der Mitte des Bildes sieht man am Berg 3 Zacken, auf dem linken davon stand ich später noch 😉

Zum Einen hatte ich letztes Jahr den Versuch, abseits der fast Sandalen-tauglichen Hauptrunde oben zu einem aufreizend im Sonnenlicht blitzenden Gipfelkreuz zu steigen, abgebrochen, weil mir der Felsen auf dem Weg da hinauf einfach zu rutschig und unsicher war, zum Anderen hatte ich mich auch nicht getraut, dann am Fuß dieses Gipfels allein „hinter den Berg“ zu gehen, einen steilen, steinigen Geröll-Abhang hinab, um zu sehen, was es da zu sehen und fotografieren gäbe 😉

Dieses Mal hatte es früh zwar (einfach entgegen der Vorhersage) geregnet und ich hatte den Plan, zu diesem Gipfelkreuz zu kommen, schon wieder aufgegeben, aber als ich dann „oben“ war und die Touri-Runde Presto hinter mir hatte, wagte ich spontan einen „Gleitfaktor-Erkundungs-Vorstoß“ in Richtung Gipfelkreuz, zumal aus dieser Richtung auch recht unsportliche und/oder unpassend beschuhte Gipfelstürmer mit glänzenden Augen zurückkamen. Meine Linke faßte sich ein Herz und meine Rechte das Drahtseil – und schon gingˋs unaufhaltsam nach oben 🙂  (gewählte „Bereifung“: adidas Terrex, rot-schwarz ;))

Das Gefühl, da oben zu stehen, diesen herrlichen Ausblick zu haben, ganz allein zu sein und es im 2. Anlauf geschafft zu haben, vergesse ich bestimmt nicht so schnell !

so sieht ES aus 😉 wichtig: nur echt mit der Dohle

Nach dem Abstieg, der komplizierter als der Aufstieg war, ging ich unten um den Fels herum bis zu dieser „Scharte“. Dort traf ich auf einen Vater samt Sohn (Norbert und Nejma), die mich kurzerhand auf die Strecke links hintenrum hinunter zum Dammkar „mitnahmen“. Beide waren sehr offen und herzlich, gaben mir Hinweise, wie ich am Besten „gehen“ sollte und wir unterhielten uns angeregt – schwiegen aber auch manchmal, um die Schönheit und wirkliche STILLE dieser Bergwelt zu genießen.

So sieht es hinter der Scharte aus, wenn man nach rechts schaut – eine gigantische, karge Bergwelt.

oder auch nach links …
Fossilien/Versteinerungen unterhalb des Gipfels im Geröll

Das sind nicht meine Schuhe. Ich hoffe, man kann fremde Schuhe noch ohne schriftliche Genehmigung des Eigentümers zeigen?

Nejma konnte es kaum erwarten, meine Reaktion beim Betreten des Verbindungstunnels zwischen Dammkar und Seilbahn-Station zu sehen – es war „schweinekalt“ da drin und wir kamen schließlich verschwitzt im sommerlichen Berg-Outfit an …

Es dauerte, der Tunnel war lang und dunkel, aber irgendwann wurde es wieder heller, dann auch wärmer 😉

Ein letzter Blick zurück und die Erkenntnis: von unten sieht man es den Felsen gar nicht an, wie sie einen beeindrucken, anspornen und auch verzaubern können …

Wir verabschiedeten uns, ich schaute mich noch ein wenig um (zufällig klebte dabei eine Fotoknippse an meinem Auge) und dann fuhr ich wieder am Drahtseil hängend hinunter ins Tal. In Zukunft suche ich jedesmal, wenn ich dort hinaufsehe, zuerst DAS Gipfelkreuz, das ich nun schon angefaßt habe …

SCHÖN wars in Mittenwald und Umgebung, ich kann einen Trip in diese Ecke der Alpen nur wärmstens empfehlen !

Und wer keinen Aktiv-Urlaub gebrauchen kann, der setzt sich einfach in die Kaffeeˋs des Städtchens und probiert alle Torten durch 😉


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