You are currently viewing Grüne Ostern – pasqua verde

Grüne Ostern – pasqua verde

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Allgemein

i love DRS … bei Schmuddelwetter, wie heute bei nieseligen 3 Grad, kann ich mir kaum etwas Besseres vorstellen, als DD via DRS in Richtung Süden unter und hinter mir zu lassen. Erwartungsvolle Stille im Terminal, alle sind zeitig raus. Der Flieger steht draußen schon bereit. Im Sommer vor 2 Jahren hatte ich mir gedacht: schön, die Toscana, aber etwas staubig, alles verdörrt. Ich wollte wiederkommen, im Frühling, vielleicht zu Ostern … Jetzt freue ich mich auf die Flüge, die Alpen und Florenz … Diesmal werde ich dort aber nicht bleiben, sondern gleich mit einem Mietwagen weiter nach Siena fahren, auf der Via Chiantigiana längs durch … Chianti.

(Tippen auf die Bilder vergrößert sie)

Ich hatte mir das so schön vorgestellt, mit einem kleinen, flinken Cinquecento durch die im Frühling grüne Toscana. So hatte ich auch gebucht. Die Dame der Autovermietung staunte nicht schlecht, als sie mir ein kostenloses Upgrade auf einen wie ich finde riesigen Ford Kuga gab, ich aber gleich die Autos auf dem Parkplatz nach irgendwas „Kleinem“ durchforstete – Hilfe! Mit einem Neuwagen-Dickschiff durch Florenz? Uff. War ja gut gemeint. Die Lösung hieß dann: beim Wuseln durch die vollen Straßen nicht mal minimal unvorhersehbar am Lenkrad drehen, denn sonst steigt die Chance, eine der wie Quecksilber sämtliche „Freiräume“ zwischen den Autos füllenden Vespas am Spiegel kleben zu haben, rapide an 😉 Auto und Fahrer kamen unbeschadet zur S 222, der besagten Traumstraße, durch.

Relativ vorschriftsmäßig zuckelte ich durch die Felder und Örtchen, was mir einmal einen recht deutlichen, hingebungvoll choreographierten Stinkefinger eines überholenden Kleinwagensfahrers einbrachte, über den ich wie noch nie im Leben herzlich gelacht habe. Hätte ich nur hören können, was in seinem Auto in diesem Moment los war … 🙂 Also: Ampeln ok, aber Temposchilder außerorts sind auf jeden Fall nur Hinweise 🙂

Seit gestern Abend nichts gegessen, der Hunger meldete sich und ich bog ab, rechts hoch, in ein kleines Dorf samt Osteria. Wie erwartet hatte alles Stil und war moolto beene – jetzt war ich endlich im Urlaub angekommen, mit Leib und Seele.

Weiter gings durch die herrliche Landschaft, die anders, als ich sie vom Sommer her kannte, angenehm frisch war, grün strahlte – wie erhofft.

Siena

Zum Glück für mich gibts Google-Maps, das mich recht deutlich auf Abbiegungen usw. hinweist, während ich beim Fahren die Umgebung nach Hindernissen abscanne … ich wurde astrein im ersten Anlauf zum Hotel „geführt“ ;). Rein und schnell wieder raus – in die Stadt, ins italienische Treiben! Zuerst mal die Piazza del Campo mit rausgelassener Luft als Überblick:

Zweites must-have: Duomo.

Einfach perfekt. Italien. Lebensfreude überall.

Nachdem ich mir übermäßig den Bauch vollgeschlagen hatte, zog es mich bald ins Bett, der Tag war lang und voller Eindrücke gewesen. Radebeul/Dresden – Nieselregen, 3 Grad. Frankfurt – schon besser, 9 Grad. Florenz – SONNE, 13 Grad, die Frisur sitzt 😉 Siena – 14 Grad, bewölkt – alles gut. Um mich herum diese Sprache und überhaupt …

————

Ostersonntag

Der Portier hatte mir gestern noch geraten, heute Morgen etwas vor der Zeit zum Frühstück zu kommen, das wäre besser. Ok, es war besser, ich war einige Zeit allein und hatte den besten Platz – mit Aussicht:

Tja, das machte Lust auf mehr. Ich hatte von einem guten Freund schon vor 2 Jahren einen Tipp bekommen, es aber damals einfach nicht geschafft: eine Landstraße nach Asciano, mit etlichen schönen Aussichten. Es war dann so: diese Straße schien nicht dazu gebaut worden zu sein, um vorwärts zu kommen, sondern, um anzuhalten und zu staunen. Alle hundert Meter gab es zum Glück Gelegenheiten zum Anhalten, was ich und andere auch reichlich nutzten, denn das mußte man einfach bei dieser Natur. So wenig Einheimische fuhren hier wohl sonst nur, wenn die Azzurri spielten, denn es war Ostersonntag Vormittag – was gut war. Man hatte alle Zeit der Welt, gemächlich zu rollen und rechts ran zu fahren, ohne im Wege zu sein. Quasi ein Oster-Auto-Spaziergang 😉

Genau DARUM bin ich jetzt hier, um das sehen zu können. Danach noch Siesta, Stadtrundgang und Abendessen – heute sehr köstlich und mit Vorbestellung – ein perfekter Tag 🙂

————

Ostermontag

Heute Morgen wachte ich mal wieder vor der Sonne auf, was zur Folge hatte, daß ich, wie so oft im Urlaub, auf die Idee kam, mir irgendwo den Sonnenaufgang anzuschauen. Also raus, den Portier nach einer guten Stelle dafür ausgefragt und los gings.

Tja, nicht so einfach ohne Ortskenntnisse, irgendwann mußte ich mich entscheiden und anhalten. Rein ins nasse Feld und fast auf dem aufgeweichten Lehmboden langgelegt 🙁 Aber es war herrlich – absolute Stille, bis auf ein paar aus ihrer Sicht bestimmt gar nicht so frühe Vögel. Fast hätte ich noch einen Fasan oder etwas Ähnliches überfahren.

Nach Frühstück und Auschecken noch fix die Streckenplanung, schließlich solls ja auch was fürs Auge sein … Punkt 11 gings los. An der Straße sollten einige Foto-Points sein. Irgendwie ist aber nicht viel dabei herausgekommen, obwohl ich überall geschaut habe, keine Ahnung, warum …

Montalcino

Irgendwann dachte ich, das da vorn sieht ja aus wie Cortona, kann das sein? Nö, kann nich, es war mein Ziel für heute, Montalcino. Die Stadt liegt herrlich auf einem Berg und sieht mit ihren Türmen echt gut aus. Parkplatz am Hotel, also mutig rein in die Altstadt. Mann, ist das eng! Spiegel anklappen und auf beiden Seiten nur Zentimeter Luft – ich wußte schon, warum ich ursprünglich einen kleinen Flitzer gebucht hatte. Das kann noch was werden 🙁

Die Stadt ist sehr schön, mittelalterlich eng, aber es gibt auch ein Forte, einige, auch große Kirchen, einen kleinen Stadtpalast – richtig schnuckelig. Jeder zweite Laden ist eine Vinothek. Wer etwas auf sich hält, kauft gleich nen halben Six-Pack zu 120 Euro. Muß wohl was Gutes sein 😉

Zum Abendbrot versuchte ich Nudeln mit Wildschweinragout – es roch stark nach … ähm, Wildschwein, was leider trotz einiger Anstrengung überhaupt nicht mein Ding war. Aber versucht hab ichs. Als ich dann noch das fast rohe Rinderfilet nur zum Teil gegessen hatte, erntete ich einige Blicke des Kellners. Na ja, für morgen hab ich vorsorglich in einem Ristorante um die Ecke reserviert, in dem es auch ordentlich voll war … 😉 Das „Essen“ ließ ich noch bei einem Spaziergängchen sacken, man weiß ja nie 🙂

Ein schöner, langer, sonniger Tag ging mit Wildschwein zu Ende – buona Notte 🙂

————

Buongiorno 😉

Erst gurrt eine Taube, bis ich aufwache, dann raffe ich mich auf und mache die Fensterläden auf  –  und dann auch noch das … 😉

ETWAS später ging ich auf die Suche nach einem Cafe, um gemütlich zu frühstücken. Ich fand schnell ein Plätzchen, allerdings ohne Schoko-Panini (oder so), aber es schmeckte auch mit Crema-Füllung gut. Ganz nebenbei genoß ich das Kommen und Gehen der Einheimischen, ihre kurzen Auftritte für die Dauer eines Espresso – einfach herrlich.

Ein Vorteil des vor-Ort-Wohnens ist auf alle Fälle, daß man die Stadt vor der allgemeinen Touri-Invasion morgens fast allein erkunden kann, nur ab und zu mal ein freundliches Buongiorno mit einem Lächeln. Einmal in Schwung, ging ich ausgiebig im Örtchen herum.

Relativ schnell war auch der Schuldige für die nun fast geschlossene Wolkendecke gefunden. So ein unverbesserlicher Klima-Leugner, verbrennt der einfach ganz öffentlich Biomüll, wie Bauern schon seit Jahrtausenden – das geht gar nicht! Hoffentlich finden sich ein paar junge Menschen, die sich vor seiner Scheune festkleben. In D ganz bestimmt …

Berg hoch und runter, Zeit für eine Siesta. Schnell noch eine Blechpizza mit aufs Zimmer und hopp. Il Menu verrät, daß man hier für die Bambini der geschätzten Kundschaft bis zur Selbstaufgabe geht 🙂

Nachmittags wieder Schuhe an und los. Kreuz und quer durchs Städtchen, langsam brauchte ich google-Maps nicht mehr …

Und am Abend auf Nummer sicher: ich habe eine sehr gute Lasagne und gleich noch eine Gemüse-Pizza verdrückt – bestens 😉

Gute Nacht dann und fast schon ciao! Montalcino 🙂

————

Aufstehen, Sachen packen, ausparken (eher: heraus-zirkeln), Frühstück, kurzer Abschiedsgang durch die Stadt – alles lief heute wie am Schnürchen 😉

Ich ließ mir Zeit, hielt immer mal wieder an, erwischte auch noch zwei empfohlene Foto-Hotspots bei relativ gutem Wetter 🙂

Volterra

Meine neue Unterkunft war noch nicht fertig, darum bin ich dran vorbei und weiter nach Volterra, den Namen kannte ich aus einer Serie 😉 Ein wuchtiges Stadttor, danach ein großes Castello. Hineinkommen ginge leicht, herauskommen aber nicht – es stellte sich heraus, daß es als Gefängnis genutzt wurde ;( Na gut, dann mal lieber nur von außen, mit Abstand und eben rein in die Stadt.

Ein richtig schönes Städtchen, es hatte Charme – und einen Turm, auf den ich sofort rauf bin, aber der Sitzungssaal der Priori war für mich dann irgendwie sehenswerter…

San Gimignano

Dann weiter in Richtung San Gimignano, aus der Ferne sah es schon hübsch aus.

Weiter ran, zum Agriturismo. Sehr schön und angenehme, freundliche Wirtsleute, alles auf dem neuesten Stand. Nur das Wetter war zugezogen, kaum auf dem Zimmer, konnte ich ohne schlechtes Gewissen eine Siesta einlegen. Das Hauptmotiv – die Silhouette von San Gimignano- hatte ich vom Bett aus voll im Blick – Luxus pur 😉

Gegen Abend wurde es endlich wieder besser und sehenswerter, aber dazu morgen Bilder. Die MAMA des Hauses kochte abends für die Gäste und ich genoß ein sehr gutes Menü, das zufrieden und schläfrig machte. Ich hatte fast vergessen, wie laut es in einem Gewölbe werden kann. Satt entzog ich mich dem sehr lauten Mister aus Washington/DC (ff), seinen Gesprächspartnern, den Wanderern aus der franz. Schweiz (f) und meinen Tischnachbarn aus Tschechien (p) mangels flüssigem Englisch, ging hoch aufs Zimmer und „staunte Bauklötzer“, als ich zum Fenster sah:

Gute Nacht dann, San Gimmi, klein NY 🙂

————

Es gibt nicht immer nur Sonnenschein … man kann sichs schönreden, trotzdem ist Schmuddelwetter nicht besonders angenehm. Aber es ist eben erst April. Morgens sah es noch ganz aushaltbar aus …

Ich hatte ja extra den Schirm eingepackt, heute kam er nun mit. Ab nach San Gimignano. Fotos mit schönem Abendlicht sind natürlich von gestern – da war ich von dem Städtchen hin und weg. Wirklich etwas Besonderes, noch dazu in schönem Licht und ohne viele Leute. Es war ruhig und bezaubernd. So behalte ich San Gimignano auch in Erinnerung 🙂

— —

Heute war ich auf dem höchsten Turm, hielt mich fest und machte schnell Fotos. Ungemütlich trifft die Wetterlage noch nicht ganz … Man kann wohl erahnen, welche zwei „Häuser“ es mir insgesamt etwas mehr als andere angetan haben 😉

Eine der bekanntesten Eisdielen Italiens gibt es hier auch, aber bei 10 Grad, Wind und Regen ist das nur was für GANZ harte Fans (darum gibts ausnahmsweise auch keine Wartegemeinschaft). Ich habe es mir für einen späteren Besuch aufgehoben 😉

Nachdem ich das geschrieben habe, gehts ans Packen, morgen muß ich wieder zurück. Aber tagsüber gibts noch einen Abstecher rein nach Florenz 😉

„mein“ Agriturismo

————

Irgendwie bin ich mit schuld am Wetter: ich habe die erste Reiseregel gebrochen – nie ohne Sonnenbrille in den Süden (was mir schon beim Sitzen im Flugzeug auf der Hinreise aufgefallen war). Eben auch im April nicht. Um mir den Abschied schwer zu machen, war das Wetter aber umgeschlagen, sogar blauer Himmel war zu sehen. Und was für ein Strahle-Stahl-Hellblau … Tja, jedenfalls schön für Abschiedsfotos.

Ich war mir ziemlich sicher, bei Google Maps nur Häkchen bei „Mautstraßen meiden“ und „Autobahnen meiden“ gesetzt zu haben. Mit der Zeit hatte ich auf der Fahrt immer mehr das Gefühl, evtl. auch „benutze nur kleinste, kurvige Straßen“ und „fahre zwingend über Berge“ erwischt zu haben. PS waren nicht das Problem, aber es zoog sich. Darum mußte ich mir auch verkneifen, ständig anzuhalten, um endlich DAS Foto der Toscana zu schießen – es ging einfach nicht. Um 11 mußte ich bei der Dame der Autovermietung auf der Matte stehen.

Endlich war ich wieder im Zentrum von Florenz. Aber es war 25 Grad kälter als beim letzten Mal – und es fing an zu tröpfeln. Egal. Da stand er und meiner Meinung nach ist ER der Schönste … also, der DOM 😉

Ich hatte keine Lust auf Schirm und verzog mich auf eine Lasagne in ein Ristorante, das ich kannte 😉

Der Himmel, oder wer auch immer, hatte ein Einsehen mit den vielen, trotzdem gut gelaunten Touries und er zog sogar noch auf! Besser gehts ja nicht, ein Traum 🙂

Ultimatives Urlaubs-Feeling, wenn auch mit warmer Jacke 🙂

Irgendwann muß man aber aufbrechen, das Flugzeug wartet nicht. Mir ist klar: hier bin ich nicht das letzte Mal …

Also, Flüge verspäten sich. Wenn die Alpen mit ihrem speziellen Wetter mit im Spiel sind, dann wohl recht häufig. Laaanges Warten, viele, aber zufrieden schauende Menschen warten auf ihre Flüge. Ich fliege sehr gern, am liebsten leicht geschüttelt … Das hat geklappt, aber verbunden mit vielen Wolken und wenig Sicht auf die Berge.

Beim Anflug auf Frankfurt plötzlich ein harter Linksschwenk, ziemlich schnell sah ich auch, warum.

Cool, man wird hier mit standesgemäßen Ständen empfangen 😉

Der Abend-Flug nach DRS war vollkommen ausgebucht, aber sie mußte ihr Kuscheltier unbedingt mit in die Business-Class einschmuggeln.

Viel zu schnell ging diese Osterwoche vorbei. Aber es war eine herrliche Woche. Schöne Landschaften, herzliche Menschen … mir wird der Klang ihrer Sprache noch ein paar Tage in den Ohren sein. Und für die Augen gibts zur Erinnerung ja Fotos 🙂

Grazie mille!